Montag, 11. Juni 2007

Pünktlichkeit im Zweierpack

Mit großer Freude darf ich darauf hinweisen, daß mir Frau Nessy (scheinbar zu meinem heutigen 25. Geburtstag) die Ehre schenkte, Mann² zu vertreten, der offensichtlich daran gehindert ist, den dieswöchigen Beitrag zum allseits beliebten Zweierpack zu verfassen. Frau Nessy und ich erlaubten uns jedenfalls, allgemein gültige Gedanken zum Thema Pünktlichkeit aus weiblicher und männlicher Sicht und unter Berücksichtigung der jeweiligen Befindlichkeiten zu formulieren.

Nachzulesen hier.

(Man verzeihe mir die etwas verspätete Bekanntgabe)

Samstag, 2. Juni 2007

The awful truth

Frau A., während sie sich beim Anblick des sich in die Tiefe ergießenden Rheinfalles einer freien Assoziation hingibt:

Du, ich hab Sex am liebsten im Dunkeln.

Warum?

... frage ich, während ich versuche, die Assoziationen Frau A.s angesichts des aus den sich über uns befindlichen dunklen Wolken herunterströmenden Regens nachzuvollziehen.

A. räuspert sich, während sie ihre Assoziationskette im Beisein ihres Freundes Ch. vollendet:

Weil man dabei besser an wen anderen denken kann ...

Freitag, 11. Mai 2007

Hotelnormierungen am Beispiel Britanniens

Diese Woche hatte ich das ausserordentliche Vergnügen, mich drei Nächte lang in einem in den britischen Midlands situierten Hotel aufzubewahren, das von alleine frühstückenden äusserst seriösen Geschäftsreisenden in dunklen Anzügen geprägt war und das auch sonst die überteuerte bemüht halbelegante Kunstnoblesse ausstrahlte, die man von firmenabzockenden Businesshotels kennt. Als ich mein Zimmer am ersten Abend betrat, eröffnete sich mir denn auch die typische Uniformität derartiger Etablissements, welche aus einem kaum vollständig genutzten Doppelbett, zweier Nachtkästchen inklusive wohl kaum genutzter Bibel, einem Fauteuil und einem unter einem Wandspiegel montierten Board bestand, auf dem es sich ein kleiner schlecht eingestellter Fernsehapparat, ein fix verkabelter Fön und ein Wasserkocher inklusive Löskaffeeschiffchen bequem gemacht hatten. Eine kurze Überprüfung der TV-Kanäle bestätigte meine Vermutung, dass auch diesmal einige schlüpfrige Pay-TV-Filmchen auf der Firmenhotelrechnung aufscheinen hätten können wenn ich mich nur getraut hätte. Ich bemerkte die wie gewohnt mitten auf dem Board liegende Willkommensmappe und die mein Nachtkästchen verstellende Anleitung für das Zimmertelefon und räumte beides aus Platzbedarfgründen in den geschmacklosen Einbauschrank, der wie üblich im Flur neben dem Badezimmer stand. Weiters vertauschte ich die Position von Fön und Wasserkocher, packte sämtliche im Bad vorgefundenen Miniseifen und Duschgelsäckchen zwecks Befriedigung meines Sammeltriebes in meinen Koffer, benutzte das am vordersten Blatt zu einem Spitz zusammengefaltete Klopapier, genehmigte mir 2 Tassen Kaffee, zappte eine Weile durch die Kanäle und schlief ein.

Am Ende des darauffolgenden Arbeitstages eröffnete sich mir nach dem Öffnen meiner Zimmertüre erneut die Herrlichkeit meines temporären Reiches. Ich liess meinen Blick schweifen und sah die mitten am Board liegende Willkommensmappe, die das Nachtkästchen verstellende Telefonanleitung, das in seine Urposition rückgeführte Aufstellungsverhältnis von Fön zu Wasserkocher sowie die exakt selbe Anzahl an Löskaffee- und Zuckerschiffchen, Miniseifen und Duschgelsäckchen wie ich sie bereits am Vortag wahrgenommen hatte. Nicht erwähnen muss ich, dass auch Bett, Handtücher und Duschvorhang dasselbe Erscheinungsbild aufwiesen, sowie erneut das erste Blatt des Klopapiers bar jeder praktischen Funktion in Form eines Spitzes sein kurzes Dasein fristete.

"Ja sakra!" dachte ich in bester bayrischer Tradition (denn das britische Vulgärequivalent erschien mir angesichts der mich umgebenden Pseudoeleganz unangebracht), "können die nicht mal den Platz frei lassen, den man sich tags zuvor erst erobert hat?" Diesmal stellte ich die Bibel ins Badezimmer, versteckte Telefonanleitung und Willkommensmappe in je einem Nachtkästchen, packte wiederum sämtliche Miniseifen und Duschgels in meinen Koffer und stellte den Wasserkocher nach dessen Gebrauch auf das Fauteuil. Danach legte ich den nichtbenutzten Polster meines Doppelbettes in den hässlichen Vorzimmereinbauschrank, schob Fauteuil samt Wasserkocher in die andere Zimmerecke und ging hernach zu Bett. Des Morgens bastelte ich aus den vordersten 2 Blättern der Klopapierrolle einen Papierflieger, vertauschte Duschvorhang und Fenstervorhang und verliess das Hotel.

Müssig zu erwähnen, in welchem Zustand ich mein Zimmer am Abend desselben Tages vorfand. Sogar die Bibel entdeckte ich in meinem Nachtkästchen wieder, wenngleich sie zukünftig wohl einige Schimmelflecken ihr eigen nennen wird. Ich beendete meine Testreihe an diesem Abend, da ich wohl der Ergebnisse meiner reziproken chaostheoretischen Praxiserprobungen am Abend des nächsten Tages abreisebedingt nicht mehr ansichtig werden würde, beschloss jedoch, nächstes mal Bibel gegen Koran zu tauschen, Wasserkocher, Fön und Fernseher in meinen Koffer zu packen, das Bettzeug in der Badewanne zu verstauen, die Festerscheiben mit Duschgel einzuseifen sowie das diensthabende Personal dadurch zu verwirren, zusätzliche Seifen, Duschgelsäckchen und Löskaffeeschiffchen im Zimmer zu verteilen.

Wäre doch gelacht, wenn man das Hotelpersonal nicht so lange beschäftigen könnte, dass es diesem nicht gelingt, die global normierte Businesshotelordnung bis zu meiner abendlichen Rückkehr wiederherzustellen.

Dienstag, 24. April 2007

Arschbackenkaffee

Herr Marketingfuzzi A. erklärte mir jüngst, daß fahnenflüchtige Wirtschaftsflüchtlinge wie ich klassischerweise 3 Phasen durchlebten, deren erste jene wäre, am neuen Heimatland prinzipiell alles besser zu finden als das was man von zu Hause gewohnt war. Und das stimmt ja auch, denn hier gibt es kaum Hunde und damit verbunden ist es mir bis dato nicht gelungen, auf der Straße sich befindlichen Hundekot aufzuspüren. Darüberhinaus sind die Schweizer weniger grantig als die Wiener und die Landschaft ist viel schöner. Zudem geht hier die Sonne später unter als in Wien, ein Umstand, der die Sachunterrichtsschwänzer unter Ihnen verwundern mag, der aber Fakt ist.

Eines allerdings ist schlechter als in Wien. Kaffee. Trotz Vordringen ins Schweizer Kaffeehochpreissegment ist es mir bis dato nicht gelungen, einen an die Wiener Kaffeekultur heranreichenden Kaffeegenuß zu erwirken, weshalb ich im Rahmen meines vorigen Grenzübertrittes von alter in neue Heimat 5 kg Kaffee im doppelten Boden meines Autokofferraumes verborgen schmuggelte.

Allerdings schlug eine Entdeckung dem Faß den Boden aus, die ich am vorigen ereignisreichen Wochenende machen mußte. An jenem Wochenende nämlich erklomm ich behelfs einer imposanten Zahnradbahn die Rigi, meinen ersten Schweizer 2000er, dem weitere 2000er, ja sogar 3000er und 4000er folgen werden, um am Gipfel angelangt über eine dort erbaute Almhütte zu stolpern auf der folgendes Schild montiert war:



Arschbaggä Kafi? Die Imaginierung der sich mir aufdrängenden Assoziation ließ mich schaudern. Gekonnt zauberte ich in 2000 m Höhe trotz Sauerstoffarmut einen U-Turn um die körpereigene Hochachse und trat einen taktischen Rückzug ins Tal an. Alles, nur nicht das.

Versöhnt mit der Schweizer Kulinarik wurde ich allerdings gestern morgen, als mein mangels immer noch fehlendem Ausländerausweis nur provisorischer Briefkasten ein persönliches Präsent der Firma Cailler auswarf, durch welches die erwähnte Firma sich bei mir persönlich für die langjährige Treue bedankte. Mir war zwar nicht bewußt, daß ich überhaupt schon jemals eine Tafel Cailler verputzt hätte, doch mir war's wurscht.



Ich aß das gute Stück innert weniger Minuten auf, rülpste relativ unschweizerisch und widmete mich hernach dem periodisch wiederkehrenden dysongestützten Aufsaugen von diversen Spinnen, Fliegen und Wespen, die sich neuerdings in vermehrter Zahl in meiner Wohnung breit machen.

Der Baron

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RokkerMur - 26. Januar, 22:38
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Bei der Gelegenheit: kann mir mal jemand Dativ und...
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Stimmt, ...
eigentlich würde mein Kommentar reichen ...
sokrates2005 - 12. Januar, 15:38

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