Montag, 10. Dezember 2007

Waschprozedere mit ohne Hygiene

Frau A., die derzeit die Herrschaft über das Gästezimmer meines Refugiums an sich gerissen hat, beobachtete neulich das von mir in praktische Handlungen umgesetzte theoretische Wissen eines Hausmannes, dem normalerweise dem weiblichen Geschlecht vorbehaltene Tätigkeiten nicht fremd erscheinen, weshalb er meinte, im Laufe seiner Lebensjahre genügend einschlägige Erfahrungen gesammelt zu haben, um zurecht als Hausmann anerkannt zu werden.

So las ich denn auch frohgemutes und motiviert meine in grau-, schwarz- und dunkelblau gehaltenen vom normalen Gebrauch leicht beschmutzten Kleidungsstücke auf und verfrachtete dieselben in eine Kunststoffbox, um jene in den Keller zu verbringen und der dort bereits gierig nach Nahrung lechzenden Waschmaschine das Maul zu stopfen.

Frau A. also stand mich beobachtend an dem Türrahmen meines Schlafzimmers gelehnt, schüttelte meine Aktivitäten analysierend den Kopf und meinte: "Wäscht du wirklich alle diese bunt zusammengemischten Wäschestücke gemeinsam?" Ich blickte hoch: "Wie - bunt zusammengemischt? Die sind doch eh alle grau und dunkelblau, da kann doch nichts passieren."

Frau A. erklärte sich: "Nein, ich meine, du wäscht Unterhosen, Socken, T-Shirts, Hemden und Strassenhosen gemeinsam, das geht doch nicht." Ich versuchte, die mir innewohnenden Gehirnaktivitäten durch leichte Schrägstellung des Kopfes zu intensivieren, allein es fehlte mir an einem grundsätzlichen Ansatz, einen kausalen Zusammenhang zwischen ihren Worten und meinem Handeln herzustellen, sodass ich ausser einem zaghaft gestotterten "Wa...ru...um?" nichts zu entgegnen hatte und mich dadurch unvermittelt in einer defensiven Rolle wiederfand, einer Rolle, die entgegen aller feministischer Zielsetzungen das alte Klischee vom Mann, der die Hände vom Haushalt lassen sollte, und der Frau als Fachspezialistin für innerwohnliche Arbeitsabläufe zu manifestieren trachtete.

Frau A. dozierte: "Wenn du die Strassenhosen gemeinsam mit den Unterhosen wäscht, kommen diese miteinander in Kontakt. Das ist doch hochgradig unhygienisch." Mein sich vor Erstaunen öffnender Mund blieb im Zustand regloser Verharrung stecken. Es dauerte einige Sekunden, bis sich in mir ein Rechtfertigungsszenario zusammenbraute, das ich ihr ins Gesicht zu schleudern trachtete: "Heast, erstens hab ich die Jeans ja auch über der Unterhos'n an, da kommen sie ja auch in Kontakt, ausserdem wird ja in der Maschine jeglicher Schmutz mittels Waschmittel und Wasser weggewaschen, deine Vorsichtsmassnahmen sind oiso a Schas."

Sie liess sich jedoch nicht beirren, wischte weitere Argumente meinerseits mit mehreren verächtlichen Handbewegungen ihrerseits zur Seite, überhäufte mich mit Details ihrer Waschrituale, die in meinem Fall darauf hinausliefen, dass ich an Waschtagen 5 Wäschewaschvorgänge mit jeweils fast leerer Maschine zu vollführen hätte (denn ich kann ja wohl schlecht 5 Wochen warten, bis alle meine schmutzigen Unterhosen eine komplette Waschmaschinenfüllung ergäben) statt meine Wäsche wie bisher in einem Arbeitsschritt zu reinigen und verlor in Zuge dieser Diskussion jede Achtung ihrerseits vor den hausmännlichen Fähigkeiten meinerseits.

Ich resignierte und freute mich insgeheim, dass sämtliche ihrer hygienischen Vorsichtsmassnahmen dadurch zunichte gemacht würden, dass sie ihre Waschgänge unhygienischerweise in ein- und derselben Waschtrommel vollführte und zog mich mit meinem Wäschekorb in den Keller zurück.

Nun frage ich Sie: Sind derartige Praktiken für das ordnungsgemässe Waschen der Bekleidung tatsächlich angebracht? Verfüge ich nicht über die für die Führung eines Haushaltes erforderlichen Detailkenntnisse? Hat sie recht? Bin ich ein Schmutzfink? Meine Position unterstützende Kommentare bitte in den Kommentaren zu hinterlassen, damit ich ihr jene ausgedruckt mit auf den Heimweg geben kann, sodass sie sich in einer Minderheitenmeinung wiederfinden möge.

Donnerstag, 1. November 2007

Helvetisches Raubrittertum

Schweizer Ampeln haben im Unterschied zu denen österreichischer Herkunft die ungute Eigenschaft, von der Grünphase direkt auf Gelb umzuspringen (wo sie einige Sekunden verweilen, um dann in ein sattes Rot überzugehen). Fährt man in Österreich auf eine lichtsignalgeregelte Kreuzung zu, wird die Gelbphase durch ein blinkendes Grünlicht vorangekündigt, wodurch dem Automobilisten die Möglichkeit eröffnet wird, rechtzeitig anzuhalten und sich nicht genötigt zu sehen, sein Gefährt bei gelb oder rot in die inzwischen querverkehrsbelebte Kreuzungssituation einbringen zu müssen.

Ampelsteuerungen in der Schweiz bedingen ein jederzeit bremsbereites Fahrverhalten und die sofortige Betätigung der Vollbremse, sollte auch nur einen Meter vor dem Überqueren der Haltelinie der gelbe Farbton den grünen von lichter Höh' verdrängen. Dies, da zumindest 50% aller Schweizer Ampeln mit Überwachungskameras versehen sind, die bei gelb in die Kreuzung einfahrende Autofahrer ablichten, damit jene in weiterer Folge mit einer saftigen Strafe gebüsst werden können.

So geschah es, dass sich jüngst durch Gequassel vom Beifahrersitz abgelenkt und dadurch in meiner Wahrnehmungskraft beeinträchtigt meine Reaktionsfähigkeit um wenige Millisekunden verlängerte, sodass ich mir die 2 Meter vor der Haltelinie sich abspielende Umstellung von Grün auf Gelb erst 3 Meter nach der Haltelinie vergegenwärtigen konnte. Sofort setzte ein apokalyptisches Blitzlichtgewitter ein, dem nicht einmal der mich umgebende apfelgrün widerscheinende Faradaysche Käfig etwas entgegensetzen konnte.

Ich war geschockt. Das moderne Raubrittertum in Gestalt der Schweizer Polizei trachtete einmal mehr danach, mir mein Geld aus der Tasche zu ziehen. Bleibt zu hoffen, dass das immer noch an meinem Automobil angebrachte Wiener Kennzeichen mich erneut davor bewahrt, Opfer der gierigen Zugriffbestrebungen helvetischer Behörden zu werden. Allerdings fürchte ich den Tag der Rache, jenen Tag in naher Zukunft nämlich, an dem das Corpus Delicti mit Schweizer Nummerntafeln versehen wird, dem wohl eine routinemässige Überprüfung der Fahrzeuggeschichte vorangehen wird und ich an sämtliche bisherige Verfehlungen auf einmal erinnert werden dürfte.

Ein Spendenkonto wurde bereits eingerichtet. Es ist mit jenem des LuxFonds ident, welcher ebenfalls einem gemeinnützigen wohltätigen Zweck gewidmet ist, nämlich dem Wohlstand Herrn Twoblogs und meiner Bescheidenheit.

Montag, 22. Oktober 2007

Die Leiden der Tinitussi

Als von Grund auf feinsinniger Mensch, der die holde Kunst, die Demut, die Zartheit des sensiblen Mannes, die Reinheit der Stille sowie die Reinheit selbst, als auch Poesie und Romantik in Personam vereint, bin ich mit der Empathie, der Nächstenliebe und dem Einfühlungsvermögen von Mutter Theresa ausgestattet. Solcherart bestückt richte ich meine Bedürfnisse unter Selbstaufgabe meines eigenen Ichs stets an denen anderer aus und stelle meine Interessen immer hinter die meiner äusserst geschätzten Mitmenschen zurück.

So kam es, dass es eines Tages an der Türe meiner im März bezogenen Schweizer Wohnung läutete, worauf ich in freudiger Erwartungshaltung öffnend in das schmerzverzerrte Gesicht der unter mir wohnenden Dame blicken musste. Jene erklärte mir, sie und ihr Mann würden durch das mir innewohnende Getrample auf dem Parkettboden, welches ich noch dazu bis weit nach Mitternacht fortsetzte, regelmässig aus dem ihnen aufgrund Schweizer Gesetzeswerke zustehenden Schlaf gerissen, was ich bitte abstellen möge, allenfalls durch die Wahl eines geeigneten Schuhwerkes oder durch Anpassung meines Auftrittverhaltens an die durch einen Baumangel beeinträchtigt sein dürftende Bausubstanz des Hauses. Weiters möge ich den Beinen meiner Stühle Filzklötzchen angedeihen lassen, denn das Bewegen derselben bis weit nach Mitternacht würde sie nach Aufweckung durch mein Getrample daran hindern, wieder in den ihnen durch Schweizer Gesetze zustehenden Schlaf zurückzuverfallen. Auch möge ich es tunlichst vermeiden, bis weit nach Mitternacht Gegenstände auf den Boden fallen zu lassen, eine Aufforderung, die sie ohne weitere Begründung vorbrachte.

Ich gelobte Besserung, montierte an meinen Thonet-Sesseln unter Einhaltung denkmalpflegerischer Aspekte Filzunterlagen, stellte meine Gehweise unter Inkaufnahme des Eindrucks, dem anderen Ufer anzugehören, auf jene der grazilen Gazelle um und achtete darauf, Gegenstände nur noch vor 22 Uhr zu Boden donnern zu lassen.

Eine Vorgangsweise, die solange gut ging, bis ich es eines Morgens um 6 Uhr Früh aus der Laune des Augenblicks heraus wagte, die vor sich hingroovende Musik einer vor sich hinrotierenden CD etwas lauter zu drehen, sodass ich jener auch gewahr werden konnte, während ich die Kaffeebohnen mittels der hauseigenen Kaffeemühle pulverisierte.

Zum ratternden Geräusch der Mühle und dem liebreizenden Getöne aus den Lautsprechern gesellte sich nämlich der nervtötende Klingelton meiner Türöffnungsbegehranlage, sodass ich mich gezwungen sah, das Eingangstor aufzuschwingen und der unter mir wohnenden Dame einen Blick auf meine Unterhose zu gewähren, die ich noch nicht durch die später überzuziehende Jeans bedeckt hatte. Sie bewunderte entgegen meinen Erwartungen jedoch nicht meinen süssen Popsch sondern setzte zu einer auf Schweizer Gesetzen basierenden Standpauke an, deren Inhalt mit "Musik zu laut", "können nicht schlafen" zusammengefasst werden kann.

Ich entschuldigte mich wortreich und senkte den Lärmpegel in meinem Haushalt um 20 Dezibel ab, worauf ich ausser dem Pfeifen meines Tinitusses gar nichts mehr vernahm.

Anlässlich dieser Erfahrungen ziehe ich nun in Erwägung, mir ein freistehendes Haus im Grünen zuzulegen und jenes umgehend zu bezügeln. Sollte sich also unter den Schweizer Leserinnen und Lesern dieses Beitrages eine Person befinden, die ihr Haus nicht - wie scheinbar oftmals üblich - ihrer Gemeinde vererben möchte, sondern die einer sinnvolleren Nachweltzweckgebung gegenüber offen ist, bitte ich jene, sich vertrauensvoll an mich zu wenden. Der Dank des geräuschempfindlichen Paares unter mir wird dieser ewig sicher sein.

Montag, 15. Oktober 2007

Bescheidenheit ist eine Zier ...

"... doch weiter komm' ich ohne ihr", mag Frau E. sich gedacht haben, als ich jüngst mit ihr in einer Lokalität zusammensitzend, mich für meine Unzulänglichkeiten entschuldigend anmerkte, daß ich ihr aus der Schweiz zwar eine Überraschung mitgebracht, jene jedoch vergeßlicherweise im Handschuhfach meines Apfelgrünen zurückgelassen hatte.

"Eine Überraschung für mich? Ja wie? Wieso paßt die denn ins Handschuhfach?" fragte sie nämlich entrüstet.

Danach widmete sie sich einer auf ihrem Teller kaum Platz findenden Hamburgerkomposition inklusive einer üppig wuchernden Pommes-Frittes-Agglomeration, während ich aus diäteren Gründen mehr oder weniger genüßlich an einem gemüsegrünen Salatblatt knabberte und über das zukünftige Besorgen von Überraschungen in Pkw-Anhänger-Format nachsonn ...

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RokkerMur - 26. Januar, 22:38
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Bei der Gelegenheit: kann mir mal jemand Dativ und...
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Stimmt, ...
eigentlich würde mein Kommentar reichen ...
sokrates2005 - 12. Januar, 15:38

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