Mittwoch, 16. November 2005

Weltverbesserung durch Kunst I

In meiner Eigenschaft als Kunstsammler (Kunstmäzän ist mein zweiter Vorname) bin ich schon vor längerer Zeit auf das graphische Werk einer jungen emporstrebenden Künstlerin aufmerksam geworden, nämlich jenes von Rachel Deacon. Auf ihr Oevre stieß ich relativ unvermittelt, als ich nämlich zu einer Vernissage in die Gemäldegalerie Ikea eingeladen wurde. Ich erkannte jedoch sofort die Sprengkraft der von ihr dargebrachten Werke und bin seither zu einem ihrer renommiertesten Sammler geworden, mit dem Ziel, ihr Lebenswerk eines Tages vollständig präsentieren und in eine Stiftung überführen zu können.

Deacon bedient sich des Stilmittels der symbolistischen Animalanalogiekombinatorik, die sie dazu nutzt, in einer hochdramatischen Serie von Gemälden und Drucken Mißstände anzuklagen, mit der Intention, uns wachzurütteln, uns aufzuschrecken, zu schockieren, zu provozieren und damit einen Denkprozeß einzuleiten, an dessen Ende der Entschluß jedes Einzelnen stehen soll, das Leben als solches in die Hand zu nehmen, es zu verändern, es einem kontinuierlichen Verbesserungsprozeß zu unterziehen und schlußendlich dafür zu sorgen, daß Krieg und Haß, Elend und Armut sowie Neid und Mißgunst zugunsten eines gemeinsam Miteinander in das Reich der Vergangenheit verdrängt werden und das sprichwörtliche Paradies auf Erden Wirklichkeit werden kann.

In der von mir bereits vor 2 Jahren erstandenen Sammlung von vier thematisch zusammenhängenden Bildern, klagt Deacon grundlegende Probleme der Gesellschaft an, auf die ich im folgenden etwas näher eingehen möchte:

1 2

Bild 1: Die Symbolistik der verschränkt miteinander kommunizierenden Giraffen soll verdeutlichen, daß die allermeisten Ursachen für Konflikte mit unserem Gegenüber darin liegen, daß wir aneinander vorbeireden, uns dabei über Kreuz kommen und dabei so stolz sind, daß unser Hals nicht lang genug sein kann. Treten wir doch allesamt einen Schritt zurück und versuchen wir miteinander zu reden und uns dabei in die Augen zu schauen.

Bild 2: Der Generationskonflikt. Betrachten wir dieses Bild genauer. Wir sehen unterschiedliche Altersgruppen friedvoll vereint, scheinbar glücklich und zufrieden. Und doch warnt uns Deacon durch die Wahl der Hintergrundsignalfarbe, diesem Frieden nicht zu trauen, sondern immerfort daran zu arbeiten, den erreichten Zustand des Glücks aufrechtzuerhalten. Zufriedenheit und Friede bedarf ständiger Arbeit.

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Bild 3: Das Miteinander von Menschen unterschiedlicher Herkunft. Grün, die Farbe der Hoffnung, gibt der Hoffnung Ausdruck, daß ein gemeinsames Miteinander eines Tages möglich sein wird. Symbolisiert wird dieser drängende Wunsch nach einem friedensreichen Zusammenleben durch die Darstellung unterschiedlicher Ethnien, die gemeinsam in eine gemeinsame Richtung blicken, wobei sogar das ehemals schwarze Schaf durch langjährige Überzeugungs-, Bildungs- und Aufklärungsarbeit großteils zum konstruktiv mitarbeitenden Herdentier überführt werden konnte.

Bild 4: Dieses Bild klagt den stets schwelenden Konflikt unter denkenden Menschen an, seien es nun ausgebildete Wissenschafter oder eingebildete Hobbyanalytiker, denn es geht hier vordergründig um die Frage, was zuerst war, die Henne oder das Küken. Vordergründig deshalb, weil es eine Reihe derartiger Fragen gibt, die oftmals zu Streit zwischen Menschen führen und das obwohl eine Beantwortung derartiger Fragen die Menschheit nun wirklich nicht weiterbringt. Vergessen wir derartige nebensächliche Fragestellungen doch einfach und konzentrieren wir uns besser auf die wesentlichen Herausforderungen des Lebens, die da wären: Essen, Sex und Schlafen (in dieser Reihenfolge).

Hier noch die für Sie als Kunstkenner benötigten Hintergrundinformationen:
Druckgrafik Offset, nicht abfallend
Bunte Druckfarbe auf recyklierbarem Papier, 30 x 30 cm
Rahmen aus Hartfaserplatte, Lackfarbe (biologisch abbaubarer Wasserlack)
Bruchsicheres Plexiglas mit einer Verrottungszeit von 270 Jahren

Jüngst konnte ich übrigens 2 Werke einer anderen Serie von Rachel Deacon erstehen, deren Besprechung ich für Sie in einem demnächst hier erscheinenden weiteren Beitrag vornehmen werde.

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eigentlich würde mein Kommentar reichen ...
sokrates2005 - 12. Januar, 15:38

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